Besuche das archäologische Gelände
Foto: Gamla Uppsala museum
Willkommen im ursprünglichen Uppsala! Spazieren Sie durch einen der bedeutendsten historischen Orte Schwedens und entdecken Sie die prähistorischen Grabhügel, die erste Kathedrale Schwedens sowie das Freilichtmuseum Disagården.
Willkommen in Gamla Uppsala!
In Gamla Uppsala lässt sich problemlos ein ganzer Tag verbringen. Rund um das weitläufige Gräberfeld mit seinen monumentalen Königshügeln laden schöne Spazierwege zum Erkunden ein. Besuchen Sie auch die erste Kathedrale Schwedens, die nach der Verlegung des Erzbischofssitzes in das heutige Uppsala und dem Bau der neuen Kathedrale zu einer gewöhnlichen Pfarrkirche wurde.
Zum historischen Gebiet gehört außerdem das Freilichtmuseum Disagården, das zeigt, wie ein Dorf in Uppland im 19. Jahrhundert aussah.
Die archäologische Landschaft
Während der Eisenzeit befand sich rund um die Königshügel von Uppsala eine wohlhabende und hoch entwickelte Siedlung. Hier lag ein Königshof, und hier versammelten sich die Svear, um ihre Götter zu verehren. Auch nach der Christianisierung Schwedens blieb der Ort lange Zeit ein bedeutendes religiöses Zentrum.
Lange hielt sich der Mythos, dass sich in den Hügeln die sterblichen Überreste alter heidnischer Götter befänden. Andere glaubten, die Hügel seien natürliche Erhebungen. Im Sommer 1846 beschloss man, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Unter der Leitung des damaligen Reichsantikvars Bror Emil Hildebrand begann die archäologische Ausgrabung des sogenannten Odinshügels, des heutigen Osthügels. Am Abend des 15. September erreichten die Ausgräber schließlich das Zentrum des Hügels und stießen dort auf einen Steinhügel.
Gräber bedeutender Persönlichkeiten
Die Ausgrabung bestätigte, dass es sich tatsächlich um ein Grab handelte. Spektakuläre Funde blieben jedoch aus – entdeckt wurden lediglich verbrannte Knochen und Fragmente von Grabbeigaben. 1874 wurde auch der Westhügel, damals Frös Hügel genannt, untersucht. Auch dort befand sich ein Brandgrab.
Bis heute wissen wir nicht, wer in den Königshügeln bestattet wurde. Sicher ist jedoch, dass es sich um hochrangige und einflussreiche Persönlichkeiten handelte. Im Osthügel fand man unter anderem die Reste eines Helms sowie Fragmente goldener Gegenstände. Im Westhügel entdeckte man die Überreste eines Habichts – vermutlich eines abgerichteten Jagdvogels, wie ihn nur Angehörige der damaligen Elite besaßen.
Spuren einer großen Siedlung
Die Funde aus den Gräbern gehören zu den wenigen erhaltenen Überresten einer einst bedeutenden Siedlung. Im 6. Jahrhundert, als die Grabhügel errichtet wurden, befand sich Gamla Uppsala auf dem Höhepunkt seiner Macht. Hier lebten geschickte Handwerker, die Landwirtschaft florierte, und es gab einen Königshof sowie eine große Festhalle.
Möglicherweise inspirierte diese Halle den mittelalterlichen Chronisten Adam von Bremen, der im 11. Jahrhundert von einem heidnischen Tempel aus Gold berichtete. Er erwähnte außerdem einen immergrünen Baum und eine Quelle, an der Opfer für die nordischen Götter dargebracht wurden.
Die erste Kirche im 11. Jahrhundert
Vieles spricht dafür, dass die erste christliche Kirche in Gamla Uppsala bereits im 11. Jahrhundert errichtet wurde. An derselben Stelle entstand 1164 die erste Erzbischofskirche Schwedens. Die heutige Kirche ist nur noch etwa halb so groß wie das ursprüngliche Bauwerk, doch in ihren Mauern sind noch Reste der mittelalterlichen Kirche erhalten.
1270 wurde der Erzbischofssitz nach Östra Aros verlegt, das später zur heutigen Stadt Uppsala wurde. Die ehemalige Kathedrale wurde zu einer Pfarrkirche und erhielt im 15. Jahrhundert ihre heutige Gestalt.
Dennoch hat Gamla Uppsala mit seinen Königshügeln seine symbolische Bedeutung bis heute bewahrt. Dies wurde unter anderem durch den Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1989 unterstrichen.
Die Geschichte Gamla Uppsalas ist faszinierend – und längst nicht vollständig erforscht. Neue Erkenntnisse und spannende Fragen entstehen fortlaufend. Im Jahr 2012 wurde im Vorfeld des Baus der zweigleisigen Eisenbahnstrecke Ostkustbanan eine groß angelegte archäologische Untersuchung auf einer Fläche von rund 70.000 Quadratmetern durchgeführt.